Neue Mähdrescher-Prototypen: Weniger Wartungsaufwand und höhere Zuverlässigkeit

Mähdrescher
Mähdrescher

Moderne Mähdrescher sind die Giganten der Landwirtschaft. Zur Erntezeit sind sie im Dauereinsatz und sorgen dafür, dass Getreide, Mais, Raps und andere Feldfrüchte effizient geerntet werden können. Dazu trennt der Mähdrescher das wertvolle Korn vollautomatisch und in mehreren integrierten Arbeitsgängen von den Stängeln.


Bei der Entwicklung von Mähdreschern steht das Ziel einer effizienten Ernte im Vordergrund. Durch die gegebene Abhängigkeit vom Wetter entstehen gewisse Zeitfenster, die besonders während der Erntesaison intensiv genutzt werden müssen. Aktuelle Mähdrescher können über 30 Tonnen wiegen und eine Arbeitsbreite von über zwölf Metern erreichen, was die Ernteleistung deutlich erhöht. Eine erhebliche Effizienzsteigerung wurde dadurch erzielt, dass die Schnittbreite vergrößert wurde. Dennoch bleibt die Frage offen, ob es neben Veränderungen der Größe auch technische Neuerungen bei Mähdreschern und Feldhäckslern gibt.


In Zusammenhang mit der Prototypen­entwicklung bei Mähdreschern birgt der Austausch der in der Maschine verwendeten Materialien noch viel Potenzial. Neues Denken in der Materialauswahl sowie der Ersatz von ganzen Modulen oder Bauteilen führen zu Gewichtsreduzierungen und damit zu weniger Bodenverdichtung und Energieeinsatz. Haltbarkeit und Beständigkeit von Bauteilen und Modulen verringern das Ausfallrisiko und machen die Ernteeinbringung kalkulierbarer.

Silentium Drive – die leise Innovation für den modernen Mähdrescher

Für die verschiedenen Arbeitsschritte muss das Erntegut im Mähdrescher transportiert werden. Bisher wurde dazu im Einschubkanal hinter dem Schneidwerk eine schnell laufende Stahlrollen­kette verwendet, die das Erntegut mit quer aufgeschraubten Stahlleisten auf hohe Geschwindigkeit bringt und den Dresch­aggregaten zuführt. Dabei kommt es zu einem Aufeinanderschlagen zwischen Kette und Förderschacht. So entsteht die Hauptlärmquelle des Mähdreschers, der typische Mähdrescher-Lärm, welcher eine erhebliche Belastung für Maschinenführer und Umwelt ist.


Eine weitere Herausforderung stellt der hohe Wartungsbedarf dieser Stahlrollenkette dar. Wird nicht nach Plan nachgespannt, kann es zu Ausfällen kommen und der Mähdrescher steht. Auch der Verschleiß ist problematisch, denn sowohl Kette als auch Zahnräder müssen laufend überwacht werden. Fällt der Mäh­drescher während der Ernte aus, kommt es auf die Verfügbarkeit der Teile und die Wiederbe­schaffungszeit an. Jede Stunde, die die Ernte­maschinen stehen, verursacht weitere Kosten.

Jäger stellte bereits auf der Agritechnica 2013 die passende Lösung für dieses Problem vor. Eine leise Mähdrescher-Innovation, die im Wesentlichen darauf beruht, dass die Produktentwickler von Jäger die Herausforder­ungen komplett neu überdacht haben.


Der Silentium Drive löst alle Probleme der bisherigen Stahlrollenkette. Die Innovation liegt bei diesem Modul in der Materialkompetenz und dem spezifischen Produktionswissen im Bereich Gummi. Die Stahlrollenketten werden durch einen Gummi-Gewebe-Riemen mit parabolischen Nocken ersetzt. Direkt in den Riemen einvulkanisierte Befestigungsschrauben halten die Stahlleisten dabei in Position. Der Materialstrom verläuft gleichmäßig und ruhig, wodurch die Geräuschemission minimiert wird. Die Lebensdauer beträgt ein Vielfaches des bisherigen Stahlsystems und auch das aufwändige Nachspannen der Ketten entfällt. So sinkt neben den Systemkosten für die Betriebe und auch die Belastung für Geräteführer und Umwelt.


Das System Silentium Drive lässt sich in jeden Mähdrescher einbauen.


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Transportgeschwindigkeit im Elevator erhöhen und Wartungsaufwand reduzieren

Es gibt noch viel mehr Potenzial bei Mähdreschern für eine Optimierung durch geeignete Materialauswahl. Die Schwester­firmen Broekema, Artemis und Jäger präsentierten auf der Agritechnica 2017 eine neue Lösung für den Elevator im Bereich des Korntanks. Ein Gummiriemen mit hochfesten Verstärkungseinlagen mit sehr geringer Dehnung ersetzt hierbei die bisher verwendete Stahlkette beim Transport des Getreides in den Korntank. Dadurch sind höhere Geschwindigkeiten und ein erhöhter Durchsatz möglich geworden. Neben dem lästigen Nachspannen der Kette entfällt auch der durch die Zahnradabnutzung bedingte Wartungsbedarf. Durch die Synchron­eigenschaften des Systems können ferner mit dieser Riemenlösung mehr als 30 kW Leistung auf nachgeschaltete Aggregate wie z. B. Verteilschnecken im Korntank übertragen werden.


Produktentwicklung bei Mähdreschern

Ingenieure verschiedener Landmaschinenhersteller arbeiten täglich daran, ihre Maschinen für die unterschiedlichen Einsatzzwecke und klimatischen Bedingungen zu optimieren. Jäger als Experte für die Verwendung von Gummi und Kunststoffen unterstützt aktiv die Entwicklungsprojekte im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften. Dabei ist die Individualentwicklung und die Entwicklung von Prototypen für Mähdrescher die Regel. In Zusammenarbeit mit den Landmaschinenherstellern wird eine Produktoptimierung oder Neuentwicklung als Gemeinschaftsprojekt gestartet und gemeinsam zum Erfolg geführt.


Für Mähdrescher werden neue Komponenten und Module aus Gummi oder Kunststoff entwickelt, deren Haltbarkeit und Flexibilität den bisher verwendeten Lösungen aus Stahl klar überlegen sind. Oft wird das jeweilige Bauteil komplett nach den aktuellen Anforderungen der Branche neu konzipiert.


Die Zuverlässigkeit der Maschinen ist durch die von Jäger entwickelten Baugruppen durch eine hohe Abriebbeständigkeit sowie Haltbarkeit gegeben. Dazu entwickelt Jäger mit den Herstellern der Mähdrescher individuelle Prototypen. Im Rahmen von Feldtests beweisen diese Vorserienmodelle unter den üblichen Erntebedingungen, dass sie den bisher genutzten Mähdreschern deutlich überlegen sind. Hier wird regelmäßig analysiert, wie sich die neuen Bauteile und Module im direkten Vergleich mit den Vorgängerversionen verhalten. In den Praxistests werden die Laborergebnisse der Materialprüfung noch einmal unter typischen Einsatzbedingungen validiert.


Produktentwicklung für den Lebenszyklus der Bauteile

Der ganzheitliche Entwicklungsansatz von Jäger schließt den gesamten Lebenszyklus der Produkte, Module und Bauteile ein. Dazu gehören auch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und die Wiederbeschaffungszeit von Baugruppen. Selbst der Einbau und die Montage von Ersatzteilen werden getestet und bewertet. Hier lässt sich durch die Entwicklung von Einbau-Sets mit einer durchdachten Kombination von Einzelteilen viel Zeit einsparen.


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