Roder-Entwicklung: Gewichtsreduzierung als wichtiges Entwicklungsziel

Roder
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Moderne Voll­ernte-Roder in der Rüben- und Kartoffelernte sind hoch­komplexe Landmaschinen, die den gesamten Erntevorgang vollautomatisiert durchführen. Der Wunsch nach Effizienzsteigerung hat dazu geführt, dass sowohl die Maschinen als auch die Vorrats­bunker immer größer wurden und somit immer mehr Reihen gleichzeitig geerntet werden können. Ein gezogener Kartoffelroder neuester Generation besitzt ein Gesamtgewicht von über zehn Tonnen. Voll befüllt bringt es ein moderner Rübenroder sogar auf über 60 Tonnen Gesamtgewicht.


Dieses Gewicht erzeugt einen gefährlichen Zielkonflikt in der Roder-Entwicklung. Wie kann Gewicht reduziert werden, ohne dadurch eine Verringerung in Leistung und Volumen hervorzurufen?


In der Produktentwicklung arbeitet ein Kon­struk­teur neuer Roder-Prototypen daran, diesen Zielkonflikt zu lösen. Er weiß, dass die Kunden Bodenverdichtung verringern wollen. Eine Lösung dazu stellt der Einsatz von breiteren Reifen mit größerer Aufstandsfläche dar. Allerdings wird dadurch keine Gewichts­reduzierung erzielt. Wenn ein Produzent von Landmaschinen das Gewicht seiner Roder senken möchte, ist der Einsatz von Elastomeren und Kunststoffen unumgänglich. Dabei ergeben sich bei Kunststoffen neben der Gewichts­ersparnis auch Vorteile im Bereich der Haltbar­keit und der Abriebbeständigkeit. Die Elast­omere punkten hingegen mit ihrer Elastizität und den guten Dicht- und Dämpfungs­eigenschaften.


Jäger führt im Rahmen der Zusammenarbeit mit den führenden Herstellern von Rodern oft gemeinsame Teileentwicklungen für Roder-Prototypen durch. Durch die Materialkompetenz im Bereich Gummi und Kunststoff sowie die langjährige Erfahrung von Jäger werden Herausforderungen in der Produktion von Baugruppen und Bauteilen schneller bewältigt. Eigene Prüfstände zur Vorabkontrolle der Werkstoffe und Baugruppen reduzieren die Zeit der Feldtests. So unterstützt Jäger die Konstrukteure dabei, innovative Prototypen schneller zur Serienreife zu bringen.

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Jede einzelne Tragrolle im Roder reduziert das Gewicht – in der Summe um fast 500 Kilogramm

In den Siebbandsystemen für Roder sind bis zu 200 Tragrollen mit einem Gewicht von 600 Kilogramm verbaut. Jäger stellte sich der Herausforderung, das bisher aus Metall bestehende Bauteil neu zu konzipieren. Nach umfangreichen Materialprüfungen wählte man glasfaserverstärkten Kunststoff in Kombination mit einer Lauffläche aus einer Gummimischung. Dieses Elastomer kann je nach Einsatzzweck angepasst werden und sorgt für eine ausgezeichnete Laufruhe. Zudem bietet es der Tragrolle die benötigte Elastizität. Lediglich das Kugellager ist heute noch aus Metall. Um Verschmutzungen zu vermeiden, hat Jäger an der Aufnahmeseite eine Dichtlippe und auf der anderen Seite eine Schutzkappe angebracht. Erreicht wurde mit dieser Materialauswahl eine Gewichtsreduzierung auf nur noch 550 Gramm pro Tragrolle. Der Roder wiegt damit eine halbe Tonne weniger.


Siebstabbänder mit gummierten Mitnehmern schonen die Ernte

Kein Verbraucher würde Kartoffeln kaufen, deren Haut beschädigt ist. Den Siebstabbändern mit gummierten Mitnehmern in Kartoffelrodern kommt daher eine große Bedeutung zu. Die bisher verwendeten Mitnehmer aus Stahl sind zu hart und können Druckstellen und Abschabungen beim Erntegut verursachen. Jäger bietet dafür individuell angepasste Elastomer-Mischungen für Mitnehmer und Transportbänder. Neben einer Gewichtsreduzierung werden so auch zusätzlich die Kartoffeln geschont.


Neuentwicklung von Baugruppen mit hoher Zuverlässigkeit

In der Zusammenarbeit mit Herstellern von Rodern arbeitet Jäger in der Neuentwicklung von Bauteilen daran, den gesamten Lebenszyklus des Produktes abzubilden. Dazu gehört neben den Produkteigenschaften wie Abriebbeständigkeit und Zuverlässigkeit auch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Die Wiederbeschaffungszeit ist vor allem während der Ernte ein wichtiges Kriterium und auch der Aufwand für Montage muss berücksichtigt werden. Zu lange Montagezeiten haben teure Maschinenstillstände zur Folge.


In jeder Entwicklungspartnerschaft zur Konstruktion eines neuen Prototyps für Roder sieht Jäger die Chance, neue Ideen einzubringen und die eigene Materialkompetenz im Entwicklungsprojekt zu beweisen. Die Steuerung der Materialeigenschaften mit Hilfe der passenden Mischung ist ein Erfolgsfaktor in der Teileentwicklung. Jede Baugruppe, deren Gewicht reduziert werden kann und die in der Beständigkeit den bisher verwendeten Materialien überlegen ist, hilft bei der Bewältigung des Zielkonfliktes. 


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